Juneau
aFeline.

Völlig unspektakulär folgen unter dem Titel „aFeline.“ immer mal wieder ein paar allgemeine News zum Blog, o.ä. – eben Dinge, die sich nur indirekt oder gar nicht mit dem Thema Trennung/Liebeskummer/Loslassen/usw. beschäftigen. Und diese Einleitung ist somit auch gleich eine dieser Neuigkeiten.

Damit auch keine Verwirrung aufkommt in der Bezeichnung:

Wenn ich schreibe „der Ex“, dann meine ich damit Männlein & Weiblein gleichermaßen – es bezieht sich quasi auf den allgemeinen Ausdruck „Ex-Partner“ und fokussiert sich nicht auf das Geschlehcht. Andauernd aber zu schreiben „der Ex-Partner/die Ex-Partnerin“ würde den Lesefluss derart stören, dass man es wohl lieber gleich ungelesen lässt. „Der Ex“, „er“ & Co. beziehet sich also immer brav auf beide Geschlechter, auch wenn es sicherlich Themen geben wird, bei dem das Verhalten eher „typisch weiblich“ oder mal eher „typisch männlich“ ist.


Zusätzlich wollte ich noch anmerken,

dass die diversen aktuellen Posts unregelmäßig erscheinen. Dass zu Beginn einiges auftaucht, ist wohl recht normal. Ich versuche dabei aktuelle Themen aufzugreifen, die mir zugesendet werden oder auch vorab wiederkehrende Fragen grob zu beantworten.

Wer andere Fragen hat, etwas nicht ganz nachvollziehen kann oder wem sonstiges auf dem Herzen brennt, ist herzlichst dazu eingeladen mit zu wirken. Ob im direkten Kommentar, Gästebuch, via Kontakt, … nur zu.

Wenn mir Geschichten zugetragen werden, werde ich diese nicht 1zu1 veröffentlichen, außer man sagt mir: „Veröffentliche dies ruhig 1zu1!“ Problematiken daraus greife ich sicherlich im allgemeinen Geschreibsel mal auf, aber dann anonymisiert und abgewandelt, sodass hier keiner bloß gestellt wird.


Mitzuwirken hilft auch nicht nur euch weiter, sondern anderen mit ähnlichem oder gar gleichen Leid profitieren ebenfalls davon. Dabei muss der Name nicht echt sein, das Alter und der Wohnort können wegfallen, usw. Aber wenn eine „sie“ sich als Hans-Dieter meldet und statt jungen 20 Jahren behauptet, 67 zu sein, die eigentliche 3jährige Beziehung wird plötzlich zur 20jährigen Ehekriese… wäre das doch zu entfernt von der Realität und die potentiellen Ratschläge wohl vollkommen unnütz.


Aus Anna und Sebastian, die beide 25 sind, eine Fernbeziehung mit 50km führen und nach 5 Jahren Beziehung getrennte Wege gehen, sollte also besser Lena „& ihr Ex“ werden, im Alter von 24, 70km Entfernung und Beziehungsjahre gibt es so häufig wie Sand am Meer: Da dürfte die 5 kaum verräterisch sein. Ist Betrug im Spiel oder Auswanderung, hilft es aber nicht zu sagen „da war er plötzlich unbegründet fort“, wenn man mit der echten Situation umgehen möchte – aber gleich die Adresse der Affäre zu nennen, wäre doch deplatziert. Ihr versteht? Nennen wir es mal „ehrliche Anonymität“.


Euer Gustav Jochen Franz Joachim Jürgen Herbert..
äh, eure Feli

10.1.14 18:23


Idealisierung.

Hand hoch, wer seinen Ex-Partner idealisiert!



Na.. nicht so zögerlich! Los, zugeben! Wir sind hier doch unter uns…


Ich rate einfach mal
(und ihr nickt klamm heimlich, weil ich sicherlich mehr als einmal ins Schwarze treffe&hellip:


Seit der Trennung sieht der Ex viel besser aus. Er macht viel mehr aus sich und das neue Hobby ist wirklich faszinierend. Auch die alten Leidenschaften sind gar nicht so langweilig wie gedacht und das neue Outfit zeugt wirklich von Geschmack! Der Ex-Partner kümmert sich so liebevoll um seine Freunde, ist ja doch sehr fleißig, gebildet, intelligent, charmant, gewitzt, sportlich, herzlich, … Und eigentlich ist es auch gar nicht so schlimm, dass er ständig unpünktlich war und viel vergaß – wir sind doch alle nur Menschen. Ach, dass er seinen Müll und/oder seine Wäsche ständig liegen ließ, ist doch nur eine kleine Macke, die ihn noch liebenswerte macht und all die fiesen Sätze im Streit waren doch gar nicht so gemeint. Er hatte ja auch ganz schön oft recht! Naja, dass er mir zum Geburtstag was ganz komisches schenkte, zeigt doch nur wie kreativ er ist – er hat sicherlich zugehört, aber hey? Er hat doch so viel im Leben, was ihn beschäftigt – da ist das Hobby, die Uni, der Job, Freunde, Familie, Haustiere, … - da kann ich doch dankbar sein, dass er sich überhaupt die Mühe macht. Er war ja ohnehin immer so bemüht und wollte nur das Beste. Ganz schön intelligent war er/sie und wusste immer einen Rat – nicht besserwisserisch, wie alle meinen, nein, nein, war alles herzensgut und diese Sprüche mit gegenüber, hach, er hat mich gerne geneckt, das war doch keine Beleidigung! So hat er das nicht gemeint…


Und jetzt schleunigst die Hände runter und das Nicken stoppen – wir sind nicht auf einem Konzert, sondern bei: Mach die Augen auf.


Fakt 1: Wäre dein Ex so perfekt (für dich oder allgemein), wie er gerade sehr wahrscheinlich in deinen Augen wirkt, wärt ihr noch ein Paar.

Fakt 2: Kürzlich hast du dich noch über die Unzuverlässigkeit, die schmutzigen Socken oder das ständige Fußball gucken/ Nägel anpinseln tierisch aufgeregt.

Fakt 3: Der Keks, der dir geschenkt wird, schmeckt einfach nie so gut wie der, den man euch nicht geben will. (Selbst, wenn es der Selbe ist und wir sprechen hier vom selben, alten Keks!)


Erkläre mit, wieso du meinst, dass sich die Rezeptur plötzlich völlig verändert hat. Okay, er/sie war beim Friseur und es sieht wirklich besser aus und das Fitnessstudio hat wirklich Wirkung gezeigt. Aber sonst…?
Riecht die schmutzige Wäsche plötzlich besser oder wirkt die leere Chipstüte neben dem Mülleimer (statt darin) urplötzlich wie eine wundervolle Ergänzung der sonst so faden Deko…? Wärst du wirklich erfreut, wenn die selbe unnötige Zickerrei und 100fach wiederholte Diskussion um dich schmettert, ohne, dass du etwas getan hast?

… aus dir spricht gerade eine Entzugserscheinung.

Viele dürften rauchen oder einst geraucht haben. Wer gesund genug lebt, um dies nicht getan zu haben hat ggf. eine andere Routine am Morgen: Der 1. Becher Kaffee vielleicht oder der morgendliche Spaziergang. Ihr erwacht also nach mehr oder weniger ausreichender Schlafenszeit und freut euch über eure Gewohnheit bzw. nehmt sie einfach als gegeben hin. Alles okay, die Welt dreht sich weiter.

ABER… jetzt ist der Kaffee leer, keine Zigaretten da, durch den Schnee kann sich niemand kämpfen, die Zeitung wurde nicht geliefert, das Radio ging kaputt, der Fernseher will nicht angehen, die Dusche spuckt nur kaltes Wasser aus, … und ihr geht die Wände hoch! HEUTE – gaaanz sicher! – steht etwas weltbewegendes in der Zeitung und ihr verpasst es! Wie um alles in der Welt soll man denn gemütlich in den Tag starten, ohne Kaffee/Zigarette, gar beides? Genau JETZT wolltet ihr aber unbedingt Musik hören und es wäre mit absoluter Sicherheit der Lieblingssong gekommen, … man versteift sich auf das, was einem gerade fehlt, was die eigentliche Lebensordnung kurz oder lang aus der Bahn wirft und macht so aus der Mücke den sprichwörtlichen Elefanten. Nichts ist so wichtig wie diese wachsende Mücke, die doch eigentlich nervig ist und sticht und summt…?

Was hat euch definitiv an eurem Ex-Partner gestört

und was davon so sehr, dass ihr es ausmerzen wolltet, mit was habt ihr euch abgefunden und für was gab es Kompromisse, bei denen ihr eindeutig den kürzeren gezogen habt? Was machte an der Beziehung unglücklich statt glücklich? (Wehe jemand antwortet hier mit: "Die Trennung." ) Nichts und niemand ist perfekt, also seid ehrlich zu euch selbst und somit auch ehrlich über den Ex.

Denn:

Ja, an euren Empfindungen hat sich von heute auf morgen nichts geändert, aber auch an seiner Person kam so schnell keine Verwandlung auf. Er war und ist nicht perfekt und wird es niemals sein. Genau so wenig wie ihr selbst perfekt seid. Aber für jmd. ein so hohes Podest zu bauen, macht euch nur selber fertig, da ihr da unten, am Fuße des Sockels, ganz klein und unscheinbar wirkt. Gleichberechtigt ist das nicht und die 100 Jahre alte Eiche hat sicherlich wenig Respekt für die winzige, kleine Ameise.


„Ein Ideal ist eine Flucht vor dem, was du bist.“


Eure Feli

10.1.14 20:44


Die Trennung verstehen.

Neben all dem Kummer ist Verständnis das letzte was man geben mag, nicht wahr? Man benötigt es für sich selbst – vollständig. Dann soll man es auch noch ausgerechnet für die Person haben, die einen verließ? Unvorstellbar! Unmöglich! Aber sinnvoll.

Egal welcher Weg eingeschlagen werden soll, ob man für die Beziehung oder nur für sich selbst kämpfen mag: Es ist wichtig, den Hass und die Fragen möglichst vollständig ablegen zu können. Nun ist dies sicherlich nicht in jeder Situation so möglich und in mancher geht es schneller, gar einfacher, während es in anderen unmöglich erscheint und schier ewig dauert.

Man könnte ganz simpel sagen, dass das Gedankenkarussell allein schon von der Frage „Wie konnte das passieren?!“ genug angetrieben wird, um sich für die nächsten Monate ganz von selbst zu drehen – in rasendem Tempo. Dazu dann noch die anderen Fragen, Vorwürfe, Tränen & Co. und wir erschaffen fast schon das „Perpetouum Mobile“, eben etwas, was nicht aufhört sich zu bewegen.

Ich selbst kam damals erst sehr spät an den Punkt des Verstehens und doch stand ich da und sagte, dass ich mich selbst verlassen hätte. Ich war zu einer aggressiven Zicke mutiert, die weder Problemlösungen finden noch Nähe zulassen oder Vertrauen konnte. Diese heftige Wandlung fand überwiegend während der Trennungszeit statt und brachte sicherlich nichts positives ein. Doch alles, was ich zuvor schon an mir selbst bemängeln konnte, schaffte ich kaum zu ändern oder änderte es nicht genug. Die Leute, die eine Trennung als „deutlichen Ar***tritt“ betiteln, sind in großen Massen vorhanden. Aber als derartiges kann man nur bezeichnen, was man versteht und dadurch motivierende Energien für sich nutzen. Energien, die sonst nur ins kontraproduktive Karussell fließen würden.


Wie versteht man eine Trennung?

Dafür gibt es sehr, sehr viele Muster, da es auch unzählige Gründe gibt und somit kann ich bei weitem nicht jedes behandeln. Doch es gibt einige Dinge, die in dieser oder ähnlicher Form fast jedes Mal mitspielen:

Betrug, Kontrolle, Gesundheit, Auseinanderleben, unterschiedliche Vorstellungen, Attraktivitäts- oder Gefühlsverlust.

Manch ein Ex-Partner ist nun so freundlich und lässt es einen grob wissen, doch häufig heißt es schlicht: „Meine Gefühle reichen nicht mehr aus.“ – Aber warum denn…? Und da setzt eure Arbeit ein.

Es ist wahrlich nicht leicht, es zu ergründen – so muss man doch versuchen sich und die Beziehung von außen zu betrachten und sich leider auch in die andere Rolle begeben und zwar ehrlich. In jedem dürfte erst mal aufschreien, dass man selbst natürlich ganz anders gehandelt hätte und natürlich eine Chance geben würde und ja ein viel besserer Mensch und respektvoller und sonstiges sei, … aber satteln wir das hohe Ross doch bitte mal ab und sprechen die Wahrheit – denn nur auf diese Weise, kann man sich ein Stück lösen, befreien und an sich arbeiten, um Fehler nicht ständig zu wiederholen. Es geht hierbei nicht darum sich die ganze Schuld zu geben (für eine Beziehung sind immer noch 2 Menschen verantwortlich!), aber um die Erkenntnis wo auch deutlich eigene Fehler lagen. Die Fehler des Ex-Partners durchleuchten wir ebenfalls noch zu einem anderen Zeitpunkt.


Nehmen wir die oben genannten „Oberbegriffe“, um beispielhafte Detektivarbeit leisten zu können und stellt euch immer die Frage: "Wärt ihr bei euch geblieben?"


Betrug.


Du hast oder wurdest betrogen. – Warum? Gerade wenn du selbst betrogen hast, wirst du sicherlich tief in die mehr Gründe kennen, als das klassische „Alkohol.. da ist es einfach passiert.“ – Nein, es passiert nicht einfach so. Fehlte dir etwas in der Beziehung? Gab es Dinge, die dein Partner dir nicht mehr gab? Brauchtest du Bestätigung? Warst du dir selbst unsicher über die Beziehung? … Finde raus, was dich dazu trieb. Wenn du betrogen wurdest, kannst du nahezu selbige Fragen stellen: Könnte dem Ex-Partner etwas gefehlt haben, usw.

Kontrolle.

Du hast oder wurdest kontrolliert. – Warum? Gab es Anlass dafür (definitiv oder vermutbar) im Jetzt oder in der eigenen Vergangenheit/der Vergangenheit des Partners, die ein Misstrauen aufbrachten? (Manche Ereignisse sind nun mal prägend) Hast du 27 SMS in Folge und 13 Anrufe als wenig oder viel wahr genommen? Könntest du ihn bedrängt haben, fehlten ihr Freiheiten? Usw.

Gesundheit.

Du/er wurde/war krank. – Was bewirkte dies? Kümmerte man sich nur noch umeinander, wie Arzt und Patient; blieb das Leben auf der Strecke; wurde man oder behandelte man aus seinem eigenen Schmerz heraus schlecht? War der ungesunde Part zu stark mit sich selbst beschäftigt? Fehlte irgendwann die Kraft/Hoffnung/Aussicht auf Besserung, sodass es nicht mehr weiter ging? Usw.

Auseinanderleben.


Du/er hat sich entfernt. – Wie? Habt ihr beiden euch evtl. gänzlich verändert, sodass es kaum mehr Verknüpfungspunkte gab? Wurden neue zeitintensive Hobbys angenommen, die kaum mehr Zeit für den Partner übrig ließen oder diesen gar bewusst ausschlossen – und warum? Gab es große Veränderungen im Umfeld durch neue Arbeit, neuer Lebensabschnitt (von Schule zu Ausbildung bspw.), Umzug, o.ä.? Was änderte sich zwischen einander innerhalb der Freizeit von „damals“ (= Beginn der Beziehung) zu „jetzt“ (= Zeit vor Ende der Beziehung)? Usw.

Unterschiedliche Vorstellungen.

Was war dein/sein Lebenswunsch und was daran passte nicht zusammen. Wolltest du 4 Kinder und 8 Hunde auf einem großen Bauernhof, während der Ex-Partner gnädiger Weise 1 Kind ja akzeptieren könne (dir zu Liebe), in seiner gewünschten Penthousewohnung in der Großstadt aber niemals auch nur ein Tierhaar vorfinden will? Hat einer vllt. von Hochzeit und Familie geträumt, während der andere reisen, viel erleben und sich nicht an einen festen Wohnsitz binden wollte? Gab es – schlicht und ergreifend – große Unterschiede in der Lebensplanung, für die es keine oder nur unglücklichstimmende Kompromisse gegeben hätte? Usw.

Attraktivitätsverlust.

Hast du deinen Partner oder er dich nicht mehr so attraktiv empfunden wie damals? Ausgelöst durch Stress, Unwohlgefühl, Unzufriedenheit, Stagnation in versch. Bereichen, u.v.m. kann sich die Ausstrahlung einer Person gänzlich wandeln – und dadurch auch die Handlungsweisen einer Person. Beispielsweise kann übermäßiger Stress dazu führen, dass man genervt agiert und sich nicht recht auf den Partner einlassen kann; auch ein eigenes Unwohlfühlen im eigenen Körper (sei es begründet oder unbegründet) kann sehr schnell dazu führen, dass wir Nähe kaum mehr zu lassen oder sogar gar nicht mehr. Gab es innerhalb der Beziehung Faktoren, die die Anziehung des Gegenübers verringerten, gar auslöschten? Usw.

 
Gefühlsverlust.


All die zuvor genannten Dinge bewirken im Endeffekt auch dein Verlust des Gefühle FÜHLEN Könnens. Es bedeutet nicht gleich, dass die Wage sich von „Viel Gefühl“ zu „Kein Gefühl“ wendet, aber sie tendiert dazu sich in die negative Richtung zu neigen, je mehr vorgefallen ist. Eine Waage die sich neigt, kann aber auch in die andere Richtung gebracht werden, wenn man versteht, was alles auf der negativen Seite lastet. Die 5kg „schöne Zeiten“ sind wenig im Vergleich zu 8kg „Streit“ und 3kg „Zeitmangel“. Es reicht also kaum immer wieder zu betonen, dass man doch so glücklich war, wenn die andere Seite gerade schwerer wiegt – das zu erkennen funktioniert aber nur, wenn man sich die Mühe macht, es zu verstehen. Und damit landen wir wieder beim Titel: Die Trennung verstehen.

 
Natürlich gibt es viel mehr Gründe und hier ist nur ein kleiner Ansatz angerissen, um eine grobe Richtung zu zeigen, wie man die Thematik angehen kann. Viele erkennen sofort: „Ohje, ich habe viel zu oft gemeckert!“ und wollen – für ihr eigenes Glück – generell daran arbeiten, was sehr gut ist – keine Frage -, aber es ist ein Bruchteil der Geschehnisse und wer weiter kommen möchte, sollte das Bild möglichst vollständig sehen.


Werden wir etwas persönlicher...

...und greifen auf meine Erfahrung zurück. Mir hat keiner gesagt, dass ich VERSTEHEN müsse, ich solle einfach AKZEPTIEREN. Ich bin leider kein Mensch der Dinge einfach so hinnimmt, wenn er sie nicht versteht. Da hatte ich also schon ein Problem. Ich akzeptierte zwar, dass der Zustand nun so ist, aber.. das nutzte mir wenig. Nichts, um genau zu sein.

Was passierte mir also? Ich dachte darüber nach, was er immer zu bemängeln hatte und änderte es so gut ich konnte. Schön… das brachte mich sicherlich ein Stück weiter, aber ich blieb unzufrieden und hatte millionen Fragezeichen um mich schwirren, die mich wahrhaftig wahnsinnig machten und unzufrieden zurück ließen.

Schmerzlich ging ich irgendwann jeder verdammte Erinnerung durch, die mich belastete, um zu sehen, wie ich sonst noch hätte reagieren können. Was, wenn ich ihn nicht fort geschickt hätte? Was, wenn ich besser kommuniziert hätte? Was, wenn ich das Risiko eingegangen wäre? Was, wenn; was, wenn; was, wenn… Ich grübelte irgendwann doch recht unbewusst darüber nach, wie es soweit kommen konnte und kam versehentlich zu dem Ergebnis, dass es nicht anders hätte kommen dürfen! Schockierend, nicht wahr? Erst DANN setzte bei mir der bewusste Denkprozess ein: Warum fand die Trennung statt, obwohl wir uns sogar wieder näher gekommen waren? Wieso ging das negative weiter? Wie kam es dazu? – Tja, ich weiß, dass es damals den Moment gab, an dem wir eine Chance hatten – die ich (verängstigt, verständnislos, mit verletztem Stolz und mangelndem Vertrauen) ausschlug. Und danach fanden beidseitig enorme Fehler statt. Ich erkannte, dass ich plötzlich die oben genannte aggressive Zicke war und mir selbst ein Dorn im Auge. Die Frage, ob ich mit mir zusammengeblieben wurde, war ein klares und ebenso befreiendes wie zuerst schmerzendes NEIN.

Doch nach dieser Antwort, setzte ich Kräfte frei, um Dinge anzugehen, die mir unmöglich erschienen. Ich blieb ruhig in Streitsituationen, ging Probleme an, sprach nicht mehr von „Ich würde gerne…“, sondern tat es einfach.

Wie will man überhaupt auf jemanden zu gehen, für den man absolut kein Verständnis hat?
Hätte ich nicht verstanden, wieso es passierte, hätte ich mich wohl eher noch in meinen Tränen ertränkt, als endlich schwimmen zu lernen und dann den Stöpsel zu ziehen.

"Der, der Verstand hat, schreibt mir Verständnis zu und der Dumme Dummheit."

Eure Feli

10.1.14 07:00


Kontaktsperre.

Nachdem ich nun so ein paar Dinge auflisten Konnte (Menü links beachten ), widmen wir uns mal knapp einem Thema, mit dem hier regelrecht alles und immer beginnt: Die Kontaktsperre.



Kurz angerissen bedeutet Kontaktsperre, dass kein Kontakt aufgenommen wird. Punkt. Neben Variationen, Lockerungen und Möglichkeiten, kann man wohl die Gründe für diese Maßnahme auf 2 Hauptfaktoren herunter brechen:


1.    Ruhe und Distanz für dich.
2.    Ruhe und Distanz für den Ex-Partner.


Und da schreien dann auch die meisten schon, dass sie doch keine Distanz wollen – ganz im Gegenteil und auch, dass der Verflossene einen ja vergessen könne, u.a. – Genau diese beiden Effekte sind aber wichtig.



Zum 1. wohl naheliegenderen Part:
Ruhe und Distanz für dich.


Stell dir ein Kind vor, das Kekse findet. Es möchte nun unbedingt einen Keks haben, verwehrt man es ihm, will es den Keks umso mehr. Es scheint sich das ganze Leben nur noch um diesen verdammten Keks zu drehen. – In gewisser Weise bist du gerade das Kind und der Keks, der unfreiwillig entzogen wurde, ist die Beziehung/der Ex-Partner. Es ist also eine schlicht logische Reaktion in den überwiegenden Fällen, dass man den Mangel, der einem beschert wurde, unbedingt wieder ausgleichen will. Jedes Gefühl verstärkt sich vorerst und nichts erscheint mehr wichtig neben dem „Keks“.


Die Ruhe ist für dich also wichtig, um sich erst wieder zu sammeln, Kräfte zu tanken und Erkenntnisse zu erhalten – an sich zu arbeiten. Die zusätzliche Distanz, die dabei aufgebaut wird, hilft sehr dabei zu erkennen, ob es wirklich zum Ex zurück oder schleunigst davon fort gehen soll.

 

Der 2. wohl etwas befremdlichere Part:
Ruhe und Distanz für den Ex-Partner.


Nehmen wir erneut das Beispiel eines Kindes: Ihm wurde aber kein Keks genommen, sondern etwas vorgesetzt, dass es nicht mag. Gemüse, zum Beispiel. Je öfter Mutti nun mit den ach so leckeren Möhren, Kolrabi oder Erbsen kommt, desto weniger mag das Kind es und desto mehr wird es um sich treten und murren, statt es zu probieren. – Nun ist also der Ex-Partner das Kind, aber du/eure alte Beziehung ist leider gerade das nicht schmeckende Gemüse. Selbst wenn du mit den logischsten Argumenten kommt (es ist gesund, lecker, neu gewürzt, was völlig anderes, als du denkst, &hellip, er wird denken (und diese Meinung wird sich festigen): „Nein, das mag ich nicht!“ und bockiger werden. Man könnte nun also sagen, dass man nach der „Taktik“ „Du DARFST kein Gemüse haben!“ agiert und genau hier werden die beiden genannten Themen der Ruhe und Distanz wichtig.


Die Ruhe sorgt auch bei dem, der verlassen hat, dafür klar und frei nachzudenken, ob es richtig oder falsch war so zu agieren. Sich zu beruhigen und den „schlechten Nachgeschmack“ in Vergessenheit geraten zu lassen – immerhin gab es ja auch positive Momente. Die Distanz ist wichtig, um überhaupt eine Lage zu erzeugen, in der der Ex-Partner SELBST einen Mangel empfinden KANN, als habe man ihm den Keks verboten und nicht das Gemüse aufgezwängt. Ganz salopp gesagt kann – wie Christian Sander es genauer umschreibt – folgender Prozess stattfinden:


Stufe 1:
„Puh, endlich kein Stress mehr, endlich kein Streit. Ich genieße diese Ruhe und Freiheit!“ = Erleichterung.


Stufe 2: „Mhm. Komisch, dass es so einfach hingenommen wurde… dass da so garnichts kommt… aber naja, gut.“ = Skepsis.


Stufe 3: „Das kann doch nicht sein! Was ist denn da los?!“ = Neugier.


Stufe 1 verlängert sich, je öfter der Ex-Partner mit negativen Gefühlen (Wut, Trauer, mangelnder Akzeptanz, Bettelei, Anschuldigungen, &hellip konfrontiert wird. Wenn er 2 Wochen Ruhe hat, dann aber ein Ausflug in den Rosenkrieg stattfindet, wird er erneut 2 Wochen, wenn nicht sogar 3 benötigen, um sich wieder zu entspannen und negatives allmählich verblassen zu lassen. Erst wenn er in SEINEM Tempo diese Stufe überwinden konnte, hat er überhaupt die Möglichkeit, sich in der 2. doch etwas zu wundern. Nun müsste man meinen, dass er da ja dann umgehend loslegen kann, sich melden sollte und nachfragen, aber leider… haben wir alle unseren Stolz und die wenigsten werden es aus den richtigen Gründen tun. Manch eine Meldung der ersten Zeit kann „schlechtes Gewissen beruhigen“ oder „alte Gewohnheit“ sein. Wenn er in Stufe 2 aber nicht zurückgeworfen wird, eher gefördert, weil er vllt. positives „versehentlich“ (ein anderes Mal mehr zur „Bemerkung von Veränderungen&ldquo aufschnappt, kann er Stufe 3 überhaupt erreichen. Natürlich landet nicht jeder dort und manchmal muss man doch selbst aktiver werden, aber das ist ein weiteres, spezielleres Thema. Wenn wir nun davon ausgehen, dass Stufe 3 wie gewünscht erreicht wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine simple Meldung kommt, auf die man – je nach Art – auch reagiert: Freundlich, durchaus beschäftigt, gerne zeitversetzt, locker und knapp… nur weil der Ex-Partner gerade doch Möhren will, werfen wir ihm KEINEN Jahresvorrat vor die Füße – er kann mal knabbern und (was auch häufig der Fall ist) sich mit dem Bissen erst mal in seine Höhle zurückziehen, verdauen und mehr Apetit bekommen.


Das war also grob eine wichtige Seite zum Thema Kontaktsperre, die in verschiedenen Ratgebern auch noch genauer erläutert ist (Bsp.: Beraterteam; siehe Menü links – Ratgeber).

 

Wichtig ist hierbei aber eine Sache:

Es wird nicht manipuliert! Es erscheint an sich gerne falsch, wenn man sich derartige Gedanken macht und solche Abläufe für sich arbeiten lassen möchte, aber das, was möglich ist, ist schlicht, die Natur des Menschen für sich zu nutzen. Mit einem Fingerschnippen würde man sich gerne den Ex zurück an seine Seite holen, aber wenn wir ganz ehrlich sind: WEM nutzt es was? Dann steht der selbe Mann, mit den selben Fehlern vor der selben Frau mit den selben Fehlern und wo diese Geschichte endet, hat man bereits erlebt. Die exakte Wiederholung ist also so lohnenswert wie das Vormittagsprogram bei RTL. Wer es ernst meint mit seinen Gefühlen und gerne die Möglichkeit zu einer 2. Chance hätte, sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass alles echt und ehrlich sein muss. Anders stürzt ihr euch und alle Beteiligten in eine unglückliche Gemütslage und wer aufrichtig liebt, will dies niemandem wünschen, richtig? Trotz ist bei jeder Eroberung und somit besonders bei einer versuchten RÜCKeroberung vollkommen deplatziert. Es wird sich nicht gerächt oder gezwungen – aufrichtig oder gar nicht. Denn:


„Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.“ – Konfuzius


Eure Feli

9.1.14 18:56


Wenn er eine Neue/sie einen Neuen hat.

... muss noch längst nicht alles verloren sein, aber es gibt eine wichtige Regel:

Kein böses Blut wegen der neuen Beziehung.

 

Weder vor (gemeinsamen) Freunden, noch Bekannten und ganz besonders nicht vor dem eigenen Ex. Egal wie groß die Nase, breit der Hintern, gering der IQ, ungepflegt das Äußere, faul das Innere, … auch sein mag. Kein einziges böses Wort.

Vor euch selber dürft ihr schimpfen und lästern und wenn nötig auch vor Leuten, die er/sie unter keinen Umständen kennt und auch nicht kennen lernen wird. Die „Stille Post“ funktioniert leider auch in brisantesten und vertrauenvollsten Situationen immer wieder – auch wenn noch so ofrt gesagt wurde: „Das bleibt natürlich unter uns!“ – Traut niemanden ist hier hart gesagt, aber Vorsicht bleibt besser als Nachsicht. Ich selbst erlebte es auch, dass eine meiner engsten Vertrauten das Plappern nicht sein lassen konnte… großartig.

Aber wieso nicht meckern, denn immerhin muss er doch bitte sehen, dass die neue Flamme ganz und gar schrecklich unpassend ist…? Wenn ihr es dem Ex brühwarm auftischt, wird er es nie erkennen. Denn aktuell hat dieser sich für diese Person entschieden – egal aus welchen Gründen. Sei es tatsächlich mit Gefühl, nur ein Versuch, ein Zeitvertreib oder gar Eifersucht erzeugen wollen. Durch das Lästern über diese Person wird leider nur ein knallharter Mechanismus in Gang gesetzt: Verteidigung! Ihr werdet zum Feind, während er zum König/zur Königin erstrahlt. Dass dies absolut nicht hilfreich ist, muss ich kaum erwähnen.

 

Was passiert also bei bösen Worten:

Ihr stellt die Entscheidung des Gegenübers in Frage, aus einer Position heraus, aus der ihr euch überhaupt kein Urteil leisten könnt. Das ist der Angriff Nummer 1. Was auch immer der Ex-Partner in dieser Person sieht: Ihr schildert gewissermaßen, dass er unfähig ist, die Wahrheit zu erkennen. Somit Angriff Nummer 2. Zusätzlich erhebt ihr euch auf ein hohes Ross, welches euch aber in den Augen des Ex überhaupt nicht zu steht, und mimt so eine gewisse Überheblichkeit. Angriff Nummer 3. – Und es gibt noch viele mehr.

Die meisten Attacken landen dabei am Ego und dieses will sich ständig verteidigen. Wird also ausgesprochen, dass der neue Partner hässlich sei – somit natürlich der Geschmack des Ex milde gesagt „bescheiden“ ist – agiert das Ego trotzig: „Nein, er/sie sieht verdammt gut aus!“ – Was euch wieder angreifen dürfte und Krisengefahr einbringt.

 

Doch etwas geradezu mächtigeres schleicht sich dazu ebenfalls ein:

Ins Unterbewusstsein wird die vom Ex-Partner ausgesprochene Betonung der angeblichen guten Seiten immer fester eingehämmert. – Womöglich hat er selbst längst gesehen, dass er die unzähligen Pfunde zu viel gar nicht so attraktiv findet oder der ständige Bierkonsum hat sie längst genervt, aber nun wird nur dabei geholfen, diese Dinge abzumildern, positiv zu sehen und zu akzeptieren. Ihr kennt dieses Verhalten sicherlich von euch selbst: „Ich schaff das! Ich kann das! Ich bekomme das hin!“ – oft genug sich selbst gesagt, überzeugt einen schließlich tatsächlich. Für euch ist dieser beispielhafte Denkansatz nicht schlecht, aber was den Ex angeht ganz gefährlich.

Nur wer demonstriert, dass er sich nicht gefährdet fühlt, macht sich (besonders in Anbetracht der Trennungssituation) interessanter und somit kann der Ex-Partner auch selbstständig grübeln, wieso seine/ihre Wahl euch nicht aus der Bahn wirft. Er ist wohl doch nicht so erfolgreich, sie doch nicht so hübsch, gebildet, o.ä. – Gemein, nicht? Aber IHR fühlt euch danach selbst besser und wart schlicht freundlich. Ein Teil hiervon ist starker Selbstschutz.

 

Was ist also zu tun, wenn man mit der neuen Partnerwahl konfrontiert wird?


Ihr zeigt eure Stärke, Souveränität und Gelassenheit (was alles attraktive Merkmale sind!) durch eine Handlungsweise: Ihr steht darüber. Er/sie sieht gut aus? „Ach, ja. Aber so genau habe ich nun nicht darauf geachtet.“ – und dann der Kniff, der immer zum Einsatz kommt, wenn das Thema (vom Ex persönlich oder auch von Freunden und Bekannten) diese Richtung einnimmt: „Aber lass uns doch über interessanteres sprechen. Wie war es denn kürzlich bei…“ – Themenwechsel. Denn der Partner interessiert euch nicht, ist so unwichtig in euren Augen, dass man nicht darüber zu sprechen braucht. Wichtig und interessant seid immerhin NUR ihr, nicht wahr?

 

Eure Feli

9.1.14 00:33


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