Juneau
Positives Denken.

Ein Bestandteil des Lebens, auf den jeder zurückgreift, wenn es hart auf hart kommt:


„Ich schaffe das Vorstellungsgespräch!“; „Die Party wird bestimmt gut!“; „Die Klausur läuft sicher super!“; „Ich werde ihm/ihr bestimmt gefallen!“; … usw.

In solchen Momenten, wenn es quasi drauf ankommt (und wir meist ohnehin ein Mindestmaß an guter Stimmung in uns haben), bestärken wir uns aktiv, deutlich und wiederholend. „Ich kann das, ich kann das, ich kann das, …“ – Und das ist eine gute Sache.
Aber… an den Tagen, an denen wir es viel nötiger hätten, weil wir gerade nicht an uns glauben (können), tun wir das Gegenteil. Wir fühlen uns nicht nur negativ mit uns, wir verstärken das Ganze noch zusätzlich: „Ich bin zu dick.“; „Das klappt bestimmt nicht/geht schief.“; „Meine Haare sehen schrecklich aus, die Augen so müde.“; und, und, und.
Wir kommen kaum auf die Idee uns selbst zu überzeugen, dass alles weit weniger schlimm ist und warten auf positives Feedback, während wir nur negatives ausstrahlen.


Ein Teufelskreis, dem es aktiv zu entfliehen gilt.

An einem Tag, an dem man vollkommen unzufrieden mit sich selbst ist, erscheint einem nichts entfernter, als etwas positives zu suchen. Wir kaufen es uns einfach nicht ab! Doch auch das ist, wie so schrecklich vieles im Leben, reinste Übungssache und einfacher, als man meint. Es gibt nur 2 Regeln:

1. Wiederhole immer wieder gutes – ab sofort an allen Tagen
und
2. Vermeide Worte wie „nicht“, „kein“ oder ähnliche.

Neben einem verbesserten Gefühl, erarbeitet man sich dadurch ein ständiges Auffangnetz, welches im Drahtseilakt des Lebens immer eine schöne Unterstützung ist, kann aber auch Ängste überwinden.


Die 2. Regel bezieht sich auf die Lernfähigkeit des Unterbewusstseins.
Wie bekannt sein dürfte, läuft sehr viel unterbewusst ab und lässt sich sogar darüber steuern. Natürlich kann man nicht das ganze Bewusstsein aus dem Nebel zerren, aber manches neutralisieren. So ist es doch kein Wunder, dass die Diät schief geht, wenn man sich ständig sagt: „Ich schaff das nicht… Ich werde nie mein Ziel erreichen!“ – wir frustrieren uns damit, belasten uns und bestätigen uns dann auch noch, WEIL wir durch genau diese Gedanken schwach werden und die Schokolade doch allein und heimlich verputzen… Nun ist es aber auch nicht hilfreich zu sagen „Ich habe KEINEN Hunger.“, denn das Unterbewusste erkennt diese negativierenden Worte nicht. Es ist in dieser Hinsicht doch ein dümmlicher, schlecht zuhörender Bestandteil des Menschen. Bei „Ich habe KEINEN Hunger.“, nimmt das Unterbewusstsein „Ich habe --- Hunger.“ wahr und beeinflusst die Person dahingehend. Es ist also wichtig immer KLARE und POSITIVE Wünsche/Überzeugungen/Gedanken zu formulieren. Hier würde man also besser formulieren, dass man satt sei. (weitere Beispiele folgen zum Schluss)



Die andere Regel bezieht sich auf die Tatsache, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist.

Wenn dein Wecker jeden einzelnen Tag um 08:00 Uhr geht, dann ist es wahrscheinlich, dass du auch um diese Zeit wach wirst, wenn du den Wecker mal nicht stellst. Wenn du über Tage gar Wochen einen Mittagsschlaf machst, wirst du irgendwann ganz automatisch zur Mittagszeit müde, selbst, wenn du endlich mal keinen halten willst. Usw. Man sagt, dass Aktionen etwa 42x wiederholt werden müssen, um sie fest in den Alltag zu integrieren. Mal etwas weniger häufig, mal etwas mehr.
Somit ist es wichtig gleich zu starten, da das positive Denken, wie eine Medizin wirkt, die man dauerhaft einnehmen muss. Die Antibabypille wirkt nicht schützend ab der 1. Einnahme, sondern entfaltet ihre Wirkung nach und nach. Dieses Training ist also eine Antiselbststrafungspille.
Besonders leicht wird es dir fallen, wenn du gerade guter Stimmung bist. (Und da das Wochenende bevor steht, sollte es doch so einen Moment geben, nicht wahr?)

Wenn du also vorhast auszugehen, machst dich gerade dafür schick oder freust dich einfach deine Kumpels/Freundinnen heute Abend in netter Atmosphäre wieder zu sehen… was sagst du dir? 1. „Der Abend wird toll!“ – aber das denkst du nun wohl ohnehin schon. Wichtig ist aber, dass du dir zusätzlich (2.) Dinge in direktem Zusammenhang zu deiner Person herauspickst: „Ich sehe sehr gut aus/fühle mich sehr wohl in meiner Haut.“, „Ich bin richtig fröhlich und gut gelaunt!“, „Meine Augen strahlen.“, „Ich bin muskulös!“, oder, oder, oder… Wenn es dir gerade gut geht, wirst du viel positives an dir entdecken und jedes Detail davon darfst du betonen – was daran sollte dir auch peinlich sein? Zum einen empfindest du es gerade so und zum anderen schaut ohnehin niemand in deinen Kopf und liest deine Gedanken…

Je häufiger du dies übst, desto einfacher wird es dir fallen, auch am schlimmsten Tag der Welt in den Spiegel zu sehen und zu sagen: „Ich bin ein liebenswerter Mensch, der von anderen geschätzt und geachtet wird.“ – Wie im Fitnessstudio, wo du anfangs mit Ach und Krach 10kg stemmst, aber nach einer Weile des Trainings, schaffst du locker 20 und irgendwann die 30kg.


Beispiele.

Im Grunde hast du einen großen Topf vor dir, in dem sehr viele negative Gedanken schwimmen, die du betrachten musst. Du bist beispielsweise sehr schüchtern (was du dir natürlich immer wieder sagst), empfindest dich als zu groß oder zu klein, zu dick oder zu dünn (was du dir ebenfalls immer wieder sagst) und ohnehin bist du viel zu ernst und lachst zu selten (was du dir natürlich immer wieder sagst)…


Jeden dieser Gedanken, der dir kommst, packst du dir und wendest ihn um 180°:


„Ich bin viel zu schüchtern.“ wird zu „Ich bin sehr kommunikativ und lerne gerne neue Menschen kennen. Es fällt mir leicht auf fremde Personen zu zugehen.“
„Ich bin zu dick/dünn.“
wird zu „Ich fühle mich wohl in meiner Haut und trete sehr selbstbewusst auf.“
„Ich kann einfach nicht lachen.“
wird zu „Ich lache gerne und viel und genieße das Leben.“


Wenn dir 10 Dinge einfallen, die du ändern möchtest (Schüchternheit ist dabei meist ein sehr großes Thema) pickst du dir erst Mal die wichtigsten heraus und bildest dir ein paar Sätze, die sich mit der Thematik beschäftigen. Hast du kleinere Problemzonen im Unterbewusstsein, fasse diese ruhig zu einem Mantra zusammen. Wichtig ist, dass du dir keine 30 minütigen Vorträge vor dem Badezimmerspiegel hälst, sondern kleine Begleitsätze für den ganzen Tag parat hast.


„Ich bin selbstbewusst/fröhlich/ehrlich/offen/…“
„Ich genieße den Tag/die Veranstaltung/Feier/…“
„Ich sehe sehr gut aus – meine Augen/Beine/Muskeln/Haare/… sind fabelhaft.“
„Ich bin fit und aktiv/gesund und munter/frei und fröhlich/liebenswert und einzigartig/…“



Und jetzt kommt der Testlauf:

Heute ist einer dieser Tage, an dem man besser hätte im Bett bleiben sollen… Irgendwie sind alle so unfreundlich und egal, was du anziehst, alles sieht blöd aus, du fühlst dich vollkommen verunsichert, unwohl und warum sollte man sich mit dir abgeben? Du bist schlecht… und STOP. Lächel dich im Spiegel an (wissenschaftlich ist sogar bewiesen, dass das Gehirn davon so verwirrt ist, wenn man lächelt, ob wohl die Stimmung gar nicht dazu passt, dass es – um das Ungleichgewicht zu bekämpfen – dich TATSÄCHLICH in eine bessere Stimmung versetzt!) und leg los: Du siehst müde aus? „Meine Augen strahlen und mein Lächeln ist sehr schön!“ Nichts steht dir heute? „Ich fühle mich wohl in meinem Körper und meine Lieblingshose zeigt das!“ (Gerade bei der Kleiderwahl sollte man sich Realismus einprügeln: Die Lieblingshose/das Lieblingsshirt, sehen an guten Tagen immer grandios aus – dein Körper ist der Selbe, dein DENKEN lässt dich nur glauben, dass heute etwas nicht stimmt! Lass dir das also nicht einreden!) Alle sind unfreundlich? „Ich stehe darüber, denn ICH bin ein freundlicher und fröhlicher Mensch. Meine gute Laune steckt alle an.“ Usw. Mach dir bewusst, an welchen Stellen du falsch denkst und korrigiere jede Schieflage wie eine emsige Lehrerin mit ihrem frischen Rotstift.


Denn nur Übung macht bekanntlich den Meister.


Eure Feli

11.1.14 06:09
 
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