Juneau
Nötige und unnötige Veränderungen.

Ich sage ja selbst immer: Tut es (vorerst) für den Ex-Partner – es erleichtert die erste Entwicklung ungemein, da man es ohnehin kaum schafft in der ersten Zeit aufrichtig etwas für sich selbst zu tun. Also darf man sich dann tatsächlich mal kurz am Gedankenkarussell festhalten und Schwung damit holen. Die Entwicklung dahingehend, dass man mehr und mehr wirklich für sich tut, folgt darauf wie automatisch – wenn man die ersten Erfolge gefeiert hat.

Nun gibt es im Bezug auf Veränderungen grob 2 Seiten:

Die innere, die Einstellung, Charakter und Handlungsweisen betrifft.
und
Die äußere, die sich mit Aussehen, Umgebung und Stillstand beschäftigt.


Beide haben einen gleichen Wert und unterstützen einander. Als sehr simples Beispiel könnte man sagen, dass jmd. „zu faul“ zum Putzen ist und die Räumlichkeiten ständig verstauben – dieser (innere) Punkt soll verändert werden. Die betroffenen Räumlichkeiten quillen aber regelrecht über vor lauter Deko, vollgestopften Schränken und sonstigen Dingen, die das Staubwischen so umständlich machen, dass selbst das fleißigste Bienchen die Lust verlieren würde. Ändert man nun also die Räumlichkeiten (Deko reduzieren, vllt. ein neuere, übersichtlicherer Schrank, o.ä.) ist die Überwindung leichter zu putzen, da es vereinfacht ist. Statt 300 Dekofiguren anzuheben, um darunter zu wischen, sind es nur noch 100.
Ähnliches gilt im Beispiel Selbstvertrauen. Seit Jahren die gleiche Frisur, der gleiche Stil, die alten Klamotten, … und ein ständiges unwohlfühlen damit. Wer nun äußerlich her geht und Dinge (ggf. sogar extrem) verändert, bekommt sicherlich fasziniertes Feedback und fördert das Wohlfühlen und auch nach und nach das Selbstvertrauen.
– Das Äußere kann also in verschiedenen Bereichen das innere stark unterstützen.


Im Menü links unter dem Titel „Optionen“, findet ihr bereits eine Auflistung an Dingen, die umgesetzt werden können, die auch grob bereits unterteilt ist. Jeder der sich für innere/äußere Veränderungen also interessiert, sollte besonders bei den Punkten mal vorbeischauen.

Da diese Liste bereits existiert, wird es hier weniger um eine weitere gehen, als viel mehr um die Unterscheidung dessen, was verändert werden sollte und was bleiben soll/darf, wie es ist – mit zumindest ein paar Beispielen.


Beginnen wir mit dem falschen Ansatz:
Unnötige Veränderungen.

Der Ex fand die rosane Tapete oder das Fußballposter schrecklich. Das Abo vom Bastel- oder Wissenschaftsmagazin unnötig. Und ohnehin argumentierst du ganz furchtbar. – Hand auf’s Herz: Diese Dinge würde man nun gerne zuerst verändern, nicht wahr? Nicht wahr. Der E kann einem tatsächlich sehr gute Hinweise darauf geben, was schief läuft oder worüber man sich Gedanken machen muss, aber das soll nicht bedeuten, dass ihr euch – besonders doch jetzt nicht – einschränkt. Es sollte hier also ganz bewusst darüber nachgedacht werden: „Stört es nur ihn oder stört es auch mich?“
Nehmen wir das einfache Beispiel der Tapete (der Posters).
Seit 8 Jahren ist deine Wand rosa (oder hängt das Poster dort). Dir fällt es kaum mehr auf, da du ständig darauf schaust, sodass du es kaum mehr wahr nimmst. Dein Ex würde es am Liebsten sofort von den Wänden reißen. Und du? Möglicherweise hast du dich selbst daran satt gesehen und eine Veränderung käme DIR zu Gute, aber nun blau zu streichen oder ein Pferdebild aufzuhängen, während du dich damit nicht wohl fühlst, entspricht nicht deiner Person – somit: Finger weg.

Stell dir immer die Frage: Wollte NUR der Ex das oder willst DU es auch? Wenn du es auch willst, veränder, was es zu verändern gibt.
Besonders in Räumlichkeiten in denen man sich sehr oft aufhält, ist es sehr positiv. So sind doch die Wände, die Raumaufteilung, die Möbel, … alles Dinge, die dich mehr oder minder an die Vergangenheit erinnern und ein vorwärtskommen somit beschränken, ausbremsen können. Eine neue Farbe, ggf. neue Möbel oder ein schlichtes Umrücken von allem kann Kräfte freisetzen. Denn es hat sich was verändert. Deutlich.


Der richtige Ansatz:
Nötige Veränderungen.

Der Ex fand deine Kleidung langweilig, dich viel zu unsportlich und dass du immer gleich laut werden musst, passt auch niemanden so recht. Stimmst du zu? Dann ran an die Arbeit! Besonders wir Mädels neigen dazu immer wieder zickig zu agieren und das gibt uns im Nachhinein ein mieserables Gefühl. Wenn es DIR persönlich also lieber wäre in kritischen Momenten die Ruhe zu bewahren, dann arbeite daran. Ex als ersten Antrieb, aber letztendlich hast du dauerhaft etwas davon. Es gibt genügend Konfliktsituationen im Alltag, die man besser lösen könnte, wenn man die Ruhe bewahren würde. Auch wenn du selbst immer schon mehr Sport machen wolltest, was ja bekanntlich gesund ist und aktuell auch eine gute Ablenkung bietet, ist jetzt ein sehr guter Moment für den Anfang. Und die Kleidung – sitzt die wirklich noch gut oder hattest du bisher einfach keine Lust dich von etwas zu trennen…?

Unnötige Veränderungen sind Dinge, von der 1 Person – die nicht du bist – profitieren könnte, wenn sie es wollen würde. (Kommt der Ex zurück würde er die blaue Tapete sicherlich bevorzugen, aber DU sitzt in den Räumen tagtäglich und kannst blau einfach nicht ausstehen.) Nötige hingegen sind jene, von der in erster Linie DU profitierst und zwar ganzheitlich. Sie entsprechen dir, deiner Person und deinem Wohlgefühl. Und genau davon profitiert dann auch tatsächlich dein Umfeld, denn wer gutes ausstrahlt zieht auch gutes an.

Grundlegende – äußere – Veränderungen.


Aus meinen eigenen gemachten Erfahrungen heraus und auch jenen, die ich von anderen zugetragen bekam, gibt es 2 Dinge, die scheinbar jedem gut taten, da sie eine Neutralität, eine Neuheit einbrachten und einige staubige Erinnerungen, die derzeit nur schmerzen würden, verscheuchten.

1.    Renovierung/Möbelrücken.
2.    Kleidungs- und/oder Frisurwechsel.


Beides Dinge, die einfach frischen Wind einbringen und eine neue Basis erschaffen. Und wenn man nun daran denkt, dass der Ex vor einem stehen könnte und diese deutlichen Veränderungen sieht, dürfte sich auch von diesem aus Neugier entwickeln, was geschehen ist. Derartige Veränderungen tun gut. Punkt.


Grundlegende – innere – Veränderungen.

Diese lassen sich kaum auf wenige Punkte zusammenfassen, da ja doch jeder von seiner Art her sehr, sehr verschieden ist. Aber was auffällig wurde, ist die Tatsache, dass jeder im Nachhinein eine oder mehrere dieser Seiten einschlägt:

Ich war zu locker. / Ich war zu streng.

Ich habe mich verbogen. / Ich habe keine Kompromisse zugelassen.

Ich musste immer diskutieren. / Ich bin vor Diskussionen immer geflohen.

Ich war zu oft für ihn/sie da. / Ich war zu selten für ihn/sie da.

Ich habe mein Leben (Freunde, Hobbys, &hellip vernachlässigt. / Ich hatte zu wenig Zeit für ihn/sie.


Es sind tatsächlich meist Extreme, die in der letzten Zeit entstanden und in die man sich hinein entwickelt hat. Manches zog sich durch die ganze Beziehung (gar das ganze Leben) und manches huschte einfach in die Handlungen hinein. Es ist nicht gesagt, dass gleiches beim nächsten menschlichen Kontakt in gleicher Form auftritt, aber Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht. Man gibt sich also in diesen Punkten, die ja durchaus auch im Familien- und Freundeskreis einwirken können/werden, die Mühe, den Grund zu erfahren. Bei allem an Handlungen, was einem selbst negativ aufstößt (ich beispielsweise wurde ziemlich schnell laut ), geht man einen Fragebogen durch:

WARUM handelte ich so?
WAS verschlimmerte oder linderte es?
WELCHEN Weg hätte ich mir gewünscht/hätte mir geholfen?
WIE kann ich gleiches störendes Verhalten ändern?
WOFÜR wäre diese Veränderung gut?
WESWEGEN will ich es angehen?
WER profitiert davon?

In meinem Fall - als Beispiel - waren die Antworten grob folgendermaßen:

Warum: Ich fühlte mich wie in die Ecke getrieben und schlug somit verbal um mich.
Was: Die Situation wurde immer schlimmer, wenn ich keine Zeit bekam, um mir meine Gedanken dazu zu machen, ich fühlte mich überfallen. Bekam ich hingegen etwas Zeit, um mir die benötigten Gedanken zu machen, was mein Verhalten viel besser.
Welchen: Grundsätzlich in Ruhe auf etwas angesprochen zu werden, damit ich erstmal allein realisieren kann, dass es ein Problem gibt.
Wie: Ich ziehe mich zurück und komme von selbst wieder darauf zu sprechen.
Wofür: Die Kommunikation wird ganzheitlich verbessert und somit auch mein Gefühl dabei.
Weswegen: Weil ICH danach immer ein furchtbar schlechtes Gewissen hatte, nie auf eine Lösung kam und oft genug jmd. mit meinem Verhalten mit verletzte.
Wer: Ich und mein gesamtes Umfeld.

Was tat ich also? … Frech beendete ich eine Diskussion umgehend. Anfangs sogar mal mitten im Wort. Ich achtete aktiv darauf, was sich in mir tat und was ich von mir gab. War es das Verhalten, was ich anstrebte? Nein? Stop. Verhielt ich mich noch gut und angebracht? Ja? Weiter. Nach derartigen Rückzügen atmete ich tief durch, holte mir wieder vor Augen, dass ich lösungsorientiert, vernünftig und ruhig sein möchte und ging mit diesem Gedanken wieder in die Diskussion.
Statt los zu reden, ließ ich mein Gegenüber sich ausmeckern und war bemüht erst einmal diese Seite zu verstehen, was auch mein Gegenüber beruhigte und auf dieser grundsätzlich ruhigeren und weit weniger angriffslustigen Basis konnte nun auch ich meine Sicht schildern. Natürlich klappte es in den ersten Diskussionen nicht immer und manch ein Erfolg wurde etwas später doch noch von einem Ausraster überschattet. Aber ich lernte zunehmend alles besser anzugehen und in den Fällen, in denen ich mich nicht beherrschen konnte (oder sogar mal wollte) lernte ich vernünftige Entschuldigungen einzubringen oder von mir aus doch das Gespräch nochmals auf die offene Thematik zu lenken.

Alles durchaus ein langer und anstrengender Prozess, doch heute bleibe ich sogar ruhig, wenn meine werte Frau Mutter zum 100. Mal mit der gleichen unnützen Frage aufkommt oder erneut über etwas meint schimpfen zu müssen, dass nicht weiter vom Thema entfernt sein könnte. Meinen Ärger kann ich nun ruhig formulieren ohne damit jmd. vor den Kopf zu stoßen oder für schuldig zu erklären.

Und wisst ihr was? Es macht tatsächlich Spaß sich so zu verhalten und gibt einem – OBWOHL es ein Problem gibt/gab – ein sehr gutes Gefühl.


Ich kann jedem nur empfehlen derartiges anzugehen und aktiv damit umgehen zu lernen. Denn: Ihr werdet immer wieder auf Menschen treffen, die euch ärgern, für die ihr springen sollt oder die euch wenig Respekt entgegen bringen. Wer nicht damit umgehen kann, wird sich danach immer klein und schlecht fühlen. Wer aber seinen Umgang damit schult und verbessert, wird aus 99% der schwierigen Situationen mit einem Lächeln gehen können.


"Der Geist, der ein Problem verstehen will, darf sich nicht mit dem Problem selbst befassen, sondern damit, wie sein eigener Mechanismus der Urteilsbildung funktioniert."


Eure Feli

12.1.14 18:35
 
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