Juneau
Komplimente erzwingen.

Hallo, die Damen. Heute schon Gutes erbettelt? Und ja, ihr Herren, manch einer von euch tut dies auch, aber dem Klischee artig folgend, sind wir Frauen wohl jene, die es im Blut haben…


„Findest du mich zu dick?“; „Lässt die Hose meinen Hintern dick aussehen?“; „Kann ich das Kleid tragen?“; „Steht mir die Frisur?“; „Fandest du mich mit helleren oder dunkleren Haaren attraktiver?“ und der allseits verhasste Klassiker: „Fällt dir denn garnichts an mir auf?!“ (Und dabei handelt es sich dann sehr gerne um winzige Ohrstecker, die unter den langen offengetragenen Haaren gar nicht gesehen werden können.. )


Ladys, wir haben es ALLE schon getan! Wir kennen unsere Klischees verdammt gut und lachen sogar darüber, bis wir uns selbst wieder dabei erwischen… Und die Herren sitzen dann in einer unangenehmen Zwickmühle zu der folgender Klischeesatz passt: „Wenn eine Frau dir sagt ‚Mach doch was du willst‘ mach um Himmelswillen niemals was du willst!“ – Es gibt einfach keine Lösung.


Findest du mich zu dick?

Denn eine Frau gibt sich nie zufrieden. „Nein, Schatz!“ – „Na aber schau mal hier – meinst du nicht, dass ich etwas abspecken müsste?“ – „Nein, Schatz, du siehst gut aus.“ – „Ja, aber…“ Was soll der Mann denn bitte sagen? „Ja, du bist wirklich dicker geworden.“ = Mord & Totschlag. Aber 3h lang zu betonen, dass Frau doch gut aussieht nutzt ebenso nichts… fragt euch also lieber mal ehrlich, WAS ihr erreichen und WAS ihr hören wollt und ebenso WARUM ihr dies nun benötigt.

Meistens gibt es 2 ausschlaggebende Punkte:

1.    Es mangelt an Selbstvertrauen.
2.    Es mangelt an positiven (freiwilligem!) Feedback.

In beiden Fällen gibt es einen Mangel, der auch beim Mann vorkommen kann.


Selbstvertrauen.

Wer sich dabei erwischt, dass es an diesem Punkt hapert, kann den Mann noch bis in alle Ewigkeit mir Fragen löchern: Es wird nichts lindern! Und ihr seid nachher nur ungerechtfertigt sauer auf euer Gegenüber, der aber absolut nicht dazu in der Lage ist euch jetzt zu helfen. Er kann euch lediglich unterstützen, wenn ihr EUCH SELBST beginnt zu helfen.


Freiwilliges Feedback.

Jungs, ihr seid manchmal wirklich sprechfaul… hin und wieder ein Kompliment gehört in den Terminkalender – und das nicht nur zu besonderen Anlässen bevor es ins Theater geht und Madame das neue Kleid trägt. Frauen schmelzen eher in euren Händen, wenn ihr ihnen Komplimente macht in den unmöglichsten Situationen! Natürlich findet ihr das Lächeln von ihr hinreißend und wenn sie das regelrechte Ballkleid trägt, kann man das auch anbringen. Ist ja ganz offensichtlich… nur dass sie es in diesem Moment sicherlich selbst hinreißend findet. Fast schon vergeudete Energie. Wenn sie aber zerzaust und ungeschminkt neben euch wach wird oder gestresst von der Arbeit kommt…

Ladys, wie war das mit der Kommunikation? „Sinnlos quatschen“ wie bei Loriot und somit dem Herrn etwas aufzwängen ist schwachsinnig. Alles, was ihr dann bekommt ist wertlos im Vergleich dazu, wenn es unerwartet und eben freiwillig kommt.

Ihr kennt den anderen Klassiker:
„Du bringst mir nie Blumen mit!“ – am nächsten Tag erwartet euch ein Strauß Rosen. Wie wertvoll ist er für euch noch…? Am nächsten Tag erwartet euch kein Strauß Rosen. Wie sauer seid ihr…?

Wer also Blumen möchte, meine lieben Damen, der wirft dem Mann bitte nichts vor! Nein, ihr kommuniziert diesen Wunsch vernünftig, denn oft weiß der Mann auch gar nicht recht, was er euch Gutes tun kann. Und unsere merkwürdige pseudo-deutliche Sprache funktioniert nur unter Frauen:

„Guck mal, ist das nicht nett, dass sie Blumen bekommt?“
– In Männerohren: „Guck mal, ist das nicht nett, dass sie Blumen bekommt?“ -> Konsequenz: Nett, sie freut sich für andere.
– In Frauenohren: „Information angekommen. Sie will auch Blumen.“ -> Konsequenz: Sie muss Blumen bekommen!

Wer also etwas möchte, darf seinen Wunsch sehr gerne freundlich äußern: „Es würde mich wirklich noch glücklicher machen, wenn du…“
„… mir hin und wieder sagen würdest, dass dir etwas an mir gefällt.“
„…mir mal ein Präsent mitbringen würdest.“
„…mich wissen lassen würdest, welches Kleid dir besser an mir gefällt.“

o.ä.

Und dabei bitte betonen, dass ihr das Objekt eurer Begierde vor euch wirklich zu schätzen wisst! Fügt also mit an, dass ihr es so lieb findet, wenn er immer wieder die richtigen Worte findet, dass ihr glücklich seid, dass ihr die Aufmerksamkeiten wahnsinnig toll findet, oder, oder, oder. Der Wunsch nach Rosen ist nur die Kirsche auf der Sahnehaube des Glücks – nicht die Sahnehaube. Und wenn die Kirsche dann kommt – egal ob nach 3 Tagen oder 2 Wochen – streut noch Streusel drüber und freut euch auch! Wehe jmd. geht her und findet dann etwas zu meckern alá: „Oh, ich hätte eine weiße Rose aber schöner gefunden…“ oder „Also die weiße Schokolade mag ich ja lieber…“ – Nein, in diesem Moment gibt es nichts besseres, denn:

Der Gedanke zählt!

Wir Frauen sollten es uns auch einfach manchmal zum Ziel machen, den Männern es leicht zu machen – leicht uns glücklich zu machen!

Und ob die Rose nun weiß, rot, gelb getupft oder abgebrochen ist: Es bleibt eine Rose, die nur für euch bestimmt ist – und das ist doch ein großes Danke wert, oder? Immerhin… mag auch ein Mann positives Feedback und wer dankend annimmt steigert die Chance, dass es keine Ausnahmesituation war.


Eure Feli
(die sich selbst gern beim Klischeebad erwischt )

13.1.14 12:11
 
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