Juneau
Ablenkung.

Zu viel, zu wenig?
Niemand darf verdrängen. Es ist verlockend einfach alles weg zu schieben, aber die meisten werden aus eigener Erfahrung wissen, dass sich das Erlebte irgendwann einen Weg an die Oberfläche bahnt – und das meist mit einer Wucht, dass ihr (erneut) den Boden unter den Füßen verlieren könntet. Daher – was auch in manch einem Ratgeber vernünftigerweise angebracht wird – nehmt euch auch Zeit zum Trauern und Wüten. Aber bewusst.

Setzt euch gezielt her und denkt ein Szenario/ein Ereignis durch, lasst ruhig auch Tränen laufen, wenn sie laufen wollen, aber setzt euch eine Grenze. Es klingt merkwürdig sich 10 Minuten zum Weinen zu nehmen, aber in der Art kann es ablaufen. Nehmt euch von vorneherein vor, was ihr danach erledigt: Nichts zu großes, wenn ihr noch schwer belastet seit, aber etwas nützliches, was euch ablenkt. Z.B. haben viele Menschen bestimmte Musikstücke, die sie hören und womit sie etwas verbinden: Eine kleine Playlist von 5, 6 Songs und wenn der letzte Ton der „negativen“ Musik verklingt, folgt ein fröhlicher Song, der euch an gutes, unabhängige Momente erinnert, mit dem ihr nichts verbindet, euch aber dennoch immer fröhlich stimmt, o.ä.

Bewusst verarbeiten.
Es hilft nicht jedem und ist meist zu Beginn ungewohnt, aber: Schreibt euch euren Kummer von der Seele, malt ihn oder ähnliches. Ob ihr im Forum oder ganz privat in einer Datei, handschriftlich, oder, oder, oder. Notiert eure Gedanken so chaotisch wie sie kommen – ihr könnt sie im Nachhinein neutraler und sachlicher betrachten, ggf. gänzlich ablegen und auch erforschen, was euch wirklich noch sehr zusetzt und was kaum mehr der Rede wert ist. Es hat tatsächlich einen Part von „sich selbst kennen lernen“.
Man scheut es bei dieser Thematik nur gern, weil man darin deutlich erkennt, was in einem los ist und das kann schockieren – im ersten Moment. Es wird auch gerne bei Schlaflosigkeit empfohlen: Notizblock mit Stift beim Bett. Wenn die Gedanken rasen es notieren! Man muss keine Angst haben, dass einem etwas entgeht, da man es „fixiert“ hat und nach dem Schlaf in Ruhe betrachten kann – wenn es dann noch nötig ist.

Schlaflosigkeit/Unterbewusstsein.

Das dürfte hier jeden quälen oder gequält haben. Sport am Abend, das Schreiben, Trauern, o.ä. kann dabei sehr helfen. Was aber auch (nach einer Zeit) helfen kann ist das schlichte positive denken. Entweder man malt sich fantasievoll (und unabhängig vom Ex) schöne Geschichten im Kopf aus, bis man einschläft oder man sagt sich deutlich, dass (auch gerne über den Tag immer wieder) man glücklich/begehrenswert/fröhlich/frei/… ist. Wer sich nämlich ständig selbst sagt, dass er versagt habe, leide, voller Trauer ist, usw. festigt diese Gedanken nur unnötig im Unterbewusstsein! Es stimmt, dass es euch nicht gut geht, aber ihr solltet es nicht permanent unterstützen. Und ganz ehrlich? Schreibt euch einen Notizzettel, wenn ihr sonst euren Wert vergesst. Dieser ist NUR für euch und somit muss es niemandem peinlich sein. Und darauf schreibt ihr ganz einfach: Ich bin … - genau das, was ihr gerne gerade sein würdet. Legt euch den Zettel vor die Nase, klebt ihn an den Spiegel oder Kühlschrank – erinnert euch selbst immer wieder daran.
Nebenbei: Es ist keine Schande auch seinen Hausarzt um Hilfe zu bitten, wenn man garnicht mehr zur Ruhe kommt!

Therapie.
Ja, auch das ist eine Option - und absolut keine Schande! Wenn ihr erkennt, dass noch mehr in euch brodelt als die Trennung oder ihr gerade den Boden unter den Füßen verliert, dann scheut es nicht. Es geht hier um euch und euer Wohlergehen - wenn euch also diese regelmäßige Form der Kommunikation hilft, dann seid egoistisch und stark genug, um auch diesen Schritt zu wagen. Man unternimmt dies natürlich nicht nach der ersten Träne, aber wenn ihr verzweifelt, euch im Kreis dreht, usw. - sprecht mir eurem Arzt des Vertrauens darüber. Dabei gibt es auch sehr verschiedene Möglichkeiten - von reinem Reden unter 4 Augen, über Gruppensitzungen und verschiedene Entspannungsmöglichkeiten. Auch Hypnose wurde im Forum schon unternommen, usw. Es ist stark sich eine Schwäche einzugestehen und Hilfe zu akzeptieren!